Verfahren der Vakuum-Dünnschichttechnik

 

Oberbegriff

PVD = Physical
 Vapour Deposition
 = physikal. Abscheidung
 aus der Dampf-Phase

“PVD” wird etwas fälschlich
auch hier benutzt ...

CVD = Chemical
 Vapour Deposition
= chem.  Abscheidung
aus der Gasphase

IBAD =
 Ion Beam Assisted
 Deposition = Ionenstrahl-
unterstützte Beschichtung

Trockenätzen
 = Dry Etching

Verfahren

Aufdampfen

Ion Plating

Molekularstrahl-Epitaxie
MBE

Sputtern(Dioden- und Magnetron-Sputtern), dt.„Materialzerstäubung“

thermisches CVD (ursprünglich nur in Inertgas, kein Vakuum)

PE-CVD = Plasma-enhanced CVD = Plasma-unterstütztes CVD (auch: PA-CVD = Plasma assisted CVD)

MO-CVD

Mikrowellen- und Laser-CVD

Alle PVD-Verfahren können Ionenstrahl- unterstützt werden. Zusätzlich gibt es „reine“ Ionenstrahl- verfahren, wie z.B. Ionenstrahl-Sputtern oder Ionenimplantation

Ionenätzen, Rücksputtern

Plasma-Ätzen

RIE (Reactive Ion Etching)

Ionenstrahl-Ätzen
 = Ion Milling

Beschreibung

Widerstandsverdampfen: Material wird aus strom- durchflossenem Tiegel (Schiffchen) oder Wendel aus hochschmelzendem Material verdampft.
Elektronenstrahl: E-strahl oder -wolke wird durch Glühemmission erzeugt und verdampft Material von Stab oder aus Tiegel

Sonderversion, bei der der Dampf ionisiert wird und zum Substrat hin beschleunigt wird

Gerichtete Dampfströme aus (meist) sog. Knudsen-Zellen im UHV

Materialscheibe wird auf neg. Hochspannung gelegt, beim Manetron- Sputtern konzentriert ein zusätzlicher Permanent- magnet die Elektronen- wolke, (Argon-)Plasma zündet, Gasionen tragen Targetmaterial ab. DC-Sputtern = mit Gleichspannung, für alle leitfähigen Materialien, HF (engl. Rf) -Sputtern = mit Hochfrequenz, erfor- derlich für Nichtleiter

in Widerstands- beheiztem Quarzrohr- Reaktor (LP-CVD) oder wirbelstrombeheiztem "Barrel"-Reaktor wird Arbeitsgas gecrackt in niederschlagende Schichtkomponente und flüchtige Komponente

HF erzeugt in kapazitiver (Parallelplatten-Reaktor) oder induktiver Anordnung ein Niederdruckplasma, welches das Arbeitsgas zerlegt - wie oben

Variante des PE-CVD mit metall-organi- schen (meist giftigen) Trägergasen

wie zuvor, jedoch Leistungseinbringung mittels Laser oder Mikrowelle durch geeeignete Fenster

Der von einer Ionenquelle erzeugte (oft diffuse) Strahl unterstützt die Beschichtung (z.B. Argon verdichtet im Sputterprozeß die Schichtstruktur) oder enthält selbst das Beschichtungsmaterial

Ionisation des Arbeitsgases (typ. Argon) , Substrat auf neg. Potential zieht Ionen an und erzeugt rein physikalischen Abtrag

Reaktivgas (z.B. CF4) wird zerlegt und reagiert chemisch mit der Oberfl.

Kombination aus beiden vorangehenden Verfahren

direkter Beschuß des Substrates mittels Ionenquelle

typ.Kenngrößen

Vakuum < 10-4 mbar

Ströme
 50 .. 500 Amp
 

5 .. 10 kV
 @ 100 .. 1000 mA

< 10-4 .. 10-2 mb, am günstigsten mit separatem Ionenerzeuger

< 10-7 mbar

typ. Arbeitsabstand
 < 10 cm

DC: 500 .. 1000 V (> 1,5 kV beim Diodensputtern) @ 1 .. 10 kW, einige 10-3 mbar,

HF: 13,56 Mhz @ 0,5 .. 5 kW, einige 10-2 mbar

T = 300 .. 1500°C,

Vakuum 10mbar-Bereich (Low-pressure = LP-CVD) bis Atmosphäre

13,56 Mhz,
 > 100 W,
 Bereich 10-2 mb,
 oft zusätzliche Heizung nötig

wie vor

variabel

abhängig von Ionenquellen-Typ. >1kV bis mehrere kV
Vakuum in der Quelle im 10-2 mb- Bereich, d.h. Kammer muß beim Aufdampfen dif- ferentiell um 2 Dekaden besser gepumpt werden. Bei Beschleuni- gung im kV- Bereich Ströme im mA-Bereich, bei höherer Spannung (IonenImplanter) Ströme nur µA

wie Sputtern, jedoch höhere Leistung (typ. > 2 W/cm2), Wasserkühlung nötig

wie PE-CVD, jedoch höhere Leistungen

meist kleinformatige Reaktoren

1 .. 10 kV
 @ 1 .. 100 mA

Anwendung

Standardverfahren für Metallisierung (Reflektoren, Folien, Gehäuse, ...)

für hochschmelzende Metalle und Isolatoren

Opt. Schichten, Hartstoffe

Saubere Monolayer in der Halbleitertechnik

gut reproduzierbares Verfahren für Schichten aller Art,industriell für Architekturglas, CD, Hartstoffe, Optik. Magnetschichten, Halbleiter

Halbleitertechnik
 (Vapor Phase Epitaxie VPE), Hartstoffe

Halbleiter, typ. amorph- Silizium- Technologie
 SiH4 -> Si + 2 H2, ähnlich für Si3N4,
neu auch für SiO- haltige Schichten mit „Plasma-Polymeri- sation“ = PP

chemisch „designte“ Trägergase, sog. „Precursors“

kaum industrialisiert, Laser-CVD auch für gezieltes „direct writing“ zur Leiterbahn-Reparatur

Halbleitertechnik, Optik, Supraleiter

Halbleitertechnik und sonstiges unspezifisches Ätzen

Halbleitertechnik

isotropes oder an-isotropes Ätzen von Halbleitern

Halbleiter, Multi-layer, Proben für Transmissions- El.-mikroskopie

Verfahren

Rev. 11/09

 

recommended by vacuum-guide.com